„Mental Illness“ bei NPR

Aimee Mann hat ihr neues Album „Mental Illness“ als kostenlosen Stream zur Verfügung gestellt. Hier könnt ihr in die Platte reinhören.

Die Tracklist:

1.) Goose Snow Cone
2.) Stuck in the past
3.) You never loved me
4.) Rollercoasters
5.) Lies of summer
6.) Patient Zero
7.) Good for me
8.) Knock it off
9.) Philly sinks
10.) Simple Fix
11.) Poor Judge

„Goose Snow Cone“ ist die erste Single

Die erste Single aus Aimee Manns neuem Album „Mental Illness“ heißt „Goose Snow Cone“. Hier könnt ihr reinhören. Das Album erscheint am 31. März!

 

Hier gibt es das offizielle Video zum Albumtrack „Patient Zero“:

Und hier seht ihr ein sehr informatives Video zur Entstehung von Mental Illness:

Melancholisch-leise Klänge in Mannheim

Nach der Konzerteröffnung durch Ted Leo, bei der Aimee Mann sich nicht lumpen lässt und auf die Bühne kommt, um den Opening Act zu unterstützen, ist meine Konzertbegleiterin noch skeptisch. Diverse Fragen stehen für sie im Raum: „Kann die Frau lachen?“, „Ist sie von sich selbst gelangweit?“ und angesichts der von Aimee gewählten Kleidung (Netzstrümpfe, Hot Pants und Chucks): „Wie alt ist sie?“ So habe ich es noch nie betrachtet. Es ist mein drittes Aimee-Mann-Konzert und ich bin froh über eine Meinung von außen.

Es ist der 11. November und während nebenan in der Kneipe fröhlich Karneval gefeiert wird, sitzen wir im Capitol in Mannheim und lauschen den melancholisch-leisen Klängen von Aimees Liedern. Sie sind tatsächlich leise – denn Aimee Mann ist bei ihrem zweiten Abstecher nach Europa dieses Jahr mit einem Akustik-Programm unterwegs. Mit dabei sind nur Jamie Edwards am Klavier und Paul Bryan am silber schimmernden Bass, der uns an diesem Abend, gepaart mit einem Scheinwerfer, mehrfach eine unschöne Lichtreflektion auf das Gesicht zaubert und uns fast erblinden lässt – unangenehm, schmerzhaft, aber nicht zu ändern.

Aimee Mann kommt zum ersten Song allein auf die Bühne, spielt Akustik-Gitarre und singt „Going through the motions“. Jeder Ton sitzt, die Stimme ist auf den Punkt. Noch stellt sich das Gefühl nicht ein, dass etwas fehlt. Die Songs, die folgen, klingen ebenfalls so, als müssten sie genau so arrangiert sein, wie sie an diesem Abend präsentiert werden. Zwischendurch spricht sie Deutsch, hervorragendes Deutsch. Dass sie das kann, hat sie bereits im Januar bewiesen, jetzt ist es noch besser geworden. Die Herzen des Publikums erobert sie damit natürlich im Sturm. Den Song „Borrowing Time“ und seine Entstehungsgeschichte – er war mit anderem Text ursprünglich als Beitrag für Shrek 3 geplant – ebenfalls.

Etwa nach der Hälfte des Sets kommt erneut Ted Leo auf die Bühne und die beiden präsentieren Songs ihrer neuen, eigenen Band „The Both“. Das Album soll offenbar im Februar oder März erscheinen. Keine schlechten Lieder, hier fehlen aber tatsächlich Schlagzeug, Keyboard oder irgendetwas anderes Elektronisches. Welche Lieder vermutlich aus Aimees Feder stammen, wird aber schnell klar.

Aimees Set endet mit „One“, aber wer sie schon ein paar Mal gesehen hat, weiß, dass ohne „Deathly“ kein Konzert enden kann. So scheint es dann auch, als sie zur Zugabe auf die Bühne kommt, „ich spiele noch einmal“ sagt, und „Deathly“ anstimmt. Der Applaus des Publikums ist danach allerdings so stark, dass es dabei nicht bleibt. Bei der erneuten Zugabe endet der Abend, wie er begann – mit einer Soloeinlage. Aimee, Gitarre und „It’s not“. Dass die auf der Setlist vermerkten Songs „Phoenix“ und „The Moth“ fehlen, tut nichts mehr zur Sache, denn dafür gab es ja „It’s not“, was immer noch ein großartiger Song ist, der noch viel mehr wirkt, und noch viel trauriger macht, wenn Aimee ihn einsam und verlassen alleine spielt. Die Augen geschlossen, mit allen Gefühlen wahrscheinlich an der Ampel, die sie in diesem Song besingt, und der Unmöglichkeit, einer Situation zu entfliehen und viele Rot-Gelb-Grün-Phasen zu verpassen.

Ein Akustik-Konzert von Aimee Mann hatte ich mir immer gewünscht, jetzt habe ich es bekommen. Nach dieser Erfahrung muss ich allerdings zugeben, dass mir ihre Lieder – bis auf wenige Ausnahmen – mit Schlagzeug doch ein bisschen besser gefallen.

Dennoch unfassbar gut an diesem Abend: „Red Vines“, „The fall of the world’s own optimist“, „It’s not“ und „Soon enough“. Wieder mal gefehlt haben mir „Humpty dumpty“ und „Pavlov’s bell“.

Highlight des Abends: Ted Leo und Aimee Mann unterhalten sich darüber, ob es uncool ist, Fan-Shirts seiner Lieblingsband zu tragen. Witzig: Aimee Mann kommt als Support Act für Ted Leo auf die Bühne und trägt ihr eigenes Fan-Shirt. Das Gespräch führen die beiden komplett auf deutsch, Aimee Mann frei, Ted Leo mit Hilfszettel. Noch witziger: Als Ted Leo später auf die Bühne kommt, um Aimee Mann zu unterstützen, trägt er selbst eines von Aimees Fan-Shirts.

Aimee Mann wieder in Deutschland

Zum zweiten Mal in diesem Jahr kommt Aimee Mann nach Deutschland. Drei Konzerte spielt sie insgesamt.
11. November 2013, Capitol, Mannheim
12. November, 2013, Lukaskirche, Dresden
14. November 2013, Christuskirche, Bochum

Mit dabei ist wieder Ted Leo, der Aimee Mann auch schon bei der ersten Tour des Jahres im Januar unterstützt hat.

 

Songtexte sind online!

Soweit vorhanden, sind jetzt alle Songtexte von Aimee Manns Alben online und zu finden über die Discographie oder über den Unterpunkt Lyrics, wo sie alphabetisch sortiert sind.
Beim Eintragen einmal mehr gemerkt, dass man nie genug Englisch kann, um diese Texte vollständig zu erfassen, zu verstehen und zu übersetzen.

Aimee Mann in Köln

Leider konnte ich nur das Köln-Konzert von Aimee Mann besuchen. Dabei schrieb sie ja, dass das Konzert in Berlin anscheinend besonders gut war – weil das Publikum so grandios war. War jemand dort und kann das bestätigen? Wie war die Stimmung?

Ansonsten habe ich hier für euch eine Aufnahme von Disappeared aus Köln gestern Abend:

Schön auch, wie gut Aimee Mann inzwischen Deutsch sprechen kann. Nach der Show habe ich ihr das gesagt und sie antwortete, dass sie die Sprache tatsächlich *lernt*. Interessant!

„Charmer“ als Download

Aimees neues Album heißt „Charmer“ und erinnert irgendwie ein wenig an „Fucking Smilers“, wenn man das „Fucking“ ignoriert. Und nicht nur der Titel kommt bekannt vor, auch die erste Single des Albums, die den gleichen Namen trägt, erinnert an das letzte Album. Es klingt ein wenig nach „Freeway“.

Wer reinhören möchte, kann das auf der Webseite von NPR tun und den Song dort sogar LEGAL runterladen. Viel Spaß!